Das Deutsch-französische Doktorandenkolleg in den Geistes-, Kultur- und Sozialwissenschaften Mainz-Dijon und die Deutsch-Französische Brückenprofessur Mainz-Dijon laden Sie zur dritten Sitzung der Workshopreihe „Modelle und Methodiken interdisziplinär“ ein.
Unsere DoktorandInnen betrachten im Rahmen ihrer Forschung wichtige Fragestellungen aus unterschiedlichen geisteswissenschaftlichen Disziplinen, unter denen u. a. die Literaturwissenschaft, Linguistik und Geschichtswissenschaft, aber auch Fachgebiete wie Erziehungswissenschaft und Archäologie, vertreten sind. Dabei kristallisieren sich zahlreiche einzigartige Herangehensweisen heraus – wie z. B. die Anwendung kognitiver Modelle in der Linguistik, soziologische und identitätsbildende Fragen in der Kulturwissenschaft oder auch Clusteranalysen in den Altertumswissenschaften –, die eine starke Fachspezifik aufweisen, auch wenn häufig ähnliche Problematiken betrachtet werden.
In diesem Workshop stellen unsere und externe Forschende ausgewählte Modelle und Ansätze aus ihren Disziplinen vor, die sie an Ausschnitten ihrer Arbeiten exemplifizieren. Die darauffolgenden kontrastiven Diskussionen verfolgen das Ziel, die methodologische Vielfalt der geisteswissenschaftlichen Fachgebiete auch in Anbetracht der unterschiedlichen deutschen und französischen Hochschultraditionen – zu beleuchten und gemeinsame Schnittstellen zu eruieren, die wertvolle Perspektiven für unsere eigenen Ansätze hervorbringen.
Dieser Workshop richtet sich an alle, die die Grenzen ihrer Forschungstraditionen überschreiten wollen, insbesondere aber auch an Studierende, die in der Zukunft eigene Forschungsprojekte in Erwägung ziehen und sich somit mit den vielfältigen Möglichkeiten vertraut machen möchten.
Termin: 23. Juni 2026, 10:00 bis 14:30 Uhr (online und in Präsenz)
Ort: Raum 00 216 – SR 216 PhysChem 2121: Duesbergweg 10-14; 55128 Mainz
Online (Microsoft Teams): https://teams.microsoft.com/meet/392483471434613?p=27YxW3asxgAlzO08hA
- Dr. Caroline Pinter (Mehrsprachigkeitsforschung) erläutert, wie sie den Mehrsprachigkeitsdiskurs im superdiversen und polyglotten Großherzogtum Luxemburg untersuchen und dadurch Rückschlüsse auf die Identitätsbildung ermöglichen konnte.
- Janika Kunzmann (Afrikanistik) erarbeitet eine grammatische und lexikographische Beschreibung der unzureichend dokumentierten kamerunischen Sprache Mbum und stellt vor, wie sie in ihrer Feldforschung durch soziolinguistische Ansätze neue Perspektiven auf Sprachkontakt, Variation und Identität eröffnet.
- Klara Bischof (Genderlinguistik) stellt vor, wie sie durch Umfragen und qualitative Korpusanalyse Erkenntnisse, u. a. zu mentalen Repräsentationen, im Rahmen der geschlechtergerechten französischen Sprache erzielen konnte.
- Max Hartmann (Geschichtswissenschaft) untersucht, mit welchen Deutungen frühneuzeitliche Stadtgesellschaften die Erfahrung von Herrschaftswechseln verarbeiteten, und verbindet dabei Methoden der Erinnerungsgeschichte mit Ergebnissen der neueren kulturgeschichtlich geprägten Forschung zu vormoderner Herrschaft und Staatsbildung.
- Anna Stauß (Angewandte Linguistik) stellt vor, wie durch korpuslinguistisches Vorgehen aus der Perspektive der kulturanalytischen Linguistik Folgerungen für die grammatikbezogene Fremdsprachendidaktik gezogen werden können.
Bei Fragen können Sie gern Dr. Waldemar Nazarov, Inhaber der Deutsch-Französischen DFH-Brückenprofessur, kontaktieren: wanazaro@uni-mainz.de.
